Oft genug wird der Begriff "Beziehung" mit "Liebesbeziehung" gleichgesetzt. Diese Denkweise ist verkürzt.
Jeder Mensch hat individuelle Bedürfnisse und Beziehungen.
Beziehungsmechanik ist spezialisiert auf deren Zusammenspiel.In welchen Bereichen kann Beziehungsmechanik dich oder euch dabei unterstützen, neue Wege zu mehr Beziehungsharmonie zu finden?
Diese vier Getränkebilder stehen symbolisch für die folgenden vier Beziehungstypen: "Liebesbeziehung", enge Beziehung zu Einzelnen oder Gruppen, Beziehung zur Gesellschaft, Beziehung zu sich selbst.

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"Liebesbeziehungen" - Klassisch (Mann, Frau und evtl. Kind(er)) oder nichtklassisch (alles andere)
Die "Norm" ist nach wie vor die monogame und heterosexuelle Partnerschaft mit 1-2 Kindern. Die "klassische Liebesbeziehung". Viele versuchen, eine solche Beziehung zu leben - "normal" zu sein - mit mehr oder weniger Erfolg. Manchmal sind die Ansprüche an sich und die Beziehung sehr hoch. Kann man sich selbst sein oder verliert man sich? Was ist in der Krise (z.B. Affären, sexuelle Unlust, Dauerstreit)? Wie geht man damit um, wenn die Gefühle und Bedürfnisse nicht (mehr) übereinstimmen (z.B. in Bezug auf die Kinderfrage) und die Beziehung nicht das Leben lang hält oder halten kann?
Daneben gibt es viele nicht klassische Beziehungen: Seien es gleichgeschlechtliche Liebesbeziehungen (nicht die typischen Mann/Frau-Dynamiken, keine biologischen Kinder möglich); nichteheliche Partnerschaften mit oder ohne Kindern (inkl. Stief- und Adoptivkindern); Patchworkfamilien oder polyamouröse Beziehungen. Oder lockerere und parallele Arten des Zusammenlebens wie "Friends with Benefits", Geliebte, Fernbeziehungen, etc. Beziehungen können auch nicht auf Dauer angelegt sein oder "nur" bestimmte Beziehungsaspekte abdecken (z.B. nicht zusammenleben, kein Sex, nur Sex, getrennte Finanzen, getrennte Leben,..). Wie gestaltet man die Beziehungen, dass es für "alle" stimmt? Wie geht man mit dem gesellschaftlichen Druck um, wenn man dem Stereotyp nicht enspricht (z.B auch in Bezug auf Rollenbilder: Mann, der lieber Hausmann ist und die Kinder betreut statt Karriere zu machen, Seniorin mit Fetisch trotz Alter und Frauenbild, schwuler Mann mit Wunsch nach Lebenspartner und nicht buntem Regenbogenspass, Gefühle für einen Menschen aber keine sexuelle Lust (mehr) - oder umgekehrt)?
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Andere Arten von engen Beziehungen zu Einzelnen oder Gruppen
Ein Mensch führt viele Arten von tieferen und nicht so tiefen Beziehungen. Diese geniessen oft nicht so einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert wie die "Liebesbeziehung". Aber sie sind unglaublich wichtig - gerade als Ergänzung oder Ersatz (27% der erwachsenen Schweizer Bevölkerung lebten 2023 nicht in einer Paarbeziehung, https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/bevoelkerung.gnpdetail....). Sei es die beste Freundin oder der beste Freund, ganze Freundesgruppen die irgendwie entstanden und gewachsen sind oder in der Schule, Universität, Lehre, etc. Weiter die verschiedenen Beziehungen von Verwandten untereinander: z.B. Grosseltern mit Grosskindern (gerade durch Kinderhüten, wenn die Eltern arbeiten), Beziehungen mit Kindern ohne Partnerschaft (Alleinerziehende, geteiltes Sorgerecht, Patenkind etc.). Auch gibt es enge Gemeinschaften ohne Liebesbeziehung (z.B. WG's, Kloster, Kommunen). Gewisse Menschen ist ihr Beruf und die Karriere wichtig oder die Politik, gesellschaftliche Themen, Aktivismus oder Glaube und damit die damit verbundenen Beziehungen: Gruppen, Vereine, Nachbarschaften und Verbindungen. Oder es sind Bekannte, mit denen man einfach gerne Trinken und Tanzen geht, Sport macht, wandert, spielt - etwas auf die Beine stellt. Auch diese Beziehungen verdienen Beachtung und hängen den Menschen am Herzen. Man stelle sich nur die "Sandkastenfreundin" vor, mit der man mehr erlebt hat und man länger kennt als jeden bisherigen Partner. Den Freund, den man auch in der Nacht anrufen kann, egal wo man ist. Oft sind auch mehr Personen involviert (gerade in Familien, Teams, Klassen, etc.). Alle diese Beziehungen verdienen Respekt und Pflege. Es stellen sich teilweise ganz andere Fragen als in "Liebesbeziehungen". Auch hier steht Beziehungsmechanik zur Beratung zur Verfügung.
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Beziehung zur Gesellschaft
Ein Mensch ist immer Teil der Gesellschaft. Jedes Individuum ist für andere Teil von "die anderen". Die Gesellschaft prägt den Menschen schon von Klein auf, was "die Norm" ist, wie man sein "soll", was "richtig" ist. Wie "muss" ein Mann oder eine Frau sein? Eine Mutter, ein Vater, ein Bruder oder eine Schwester? Ein Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Freund oder Nachbar? Wie soll man denken und sich verhalten? Welche Gesellschaft prägt? Ist es die Kultur, Religion, die Herkunft, globalisierte Werte? Heute findet ein Teil der Gesellschaft zum Teil online statt und die Menschen verbringen bewusst oder unbewusst einen Teil in der "Filterblase" mit ganz anderen Regeln und Sichtweisen. Analog ist dies vielleicht mit dem Milieu oder der Schicht zu vergleichen: Das Stadtleben unterscheidet sich vom Landleben, vermögende Menschen leben anders als Sozialhilfebezüger. Aber die Gesellschaft oder Teile der Gesellschaft wandeln sich von Zeit zu Zeit. Vielleicht fühlt man sich manchmal von der Gesellschaft "entrückt" (z.B. Rechtsrutsch, Linksrutsch, technologische Entwicklungen wie Digitalisierung, Vorgaben und Gesetze, Veränderung von Rollenbildern, andere Erziehungsformen, andere Formen des Zusammenlebens) und/oder "erdrückt" (nicht erfüllbare Ansprüche, zu hohe Erwartungen). Wie kann man Teil der Gesellschaft und sich selbst sein? Und eine neuere Frage: Wie verliert vor lauter Filterblasen und Segregation den Bezug zur Gesamtgesellschaft und den Blick aufs Ganze nicht?
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Beziehung zu sich selbst
Je weniger Beziehungen eine Person zu anderen Menschen hat, desto wichtiger wird die Beziehung zu sich selbst. Lange nicht alle Menschen mögen regen Kontakt oder ein dauerhaftes Zusammenleben mit anderen Menschen und leben eher introvertiert. Manche brauchen eine kurze oder lange Zeit einfach Raum für sich selbst und/oder es bleibt ihnen nichts anderes übrig. Manchmal nachdem Liebesbeziehungen gescheitert sind oder gar nicht erst begonnen haben. Oder wenn sie einfach genug haben von der Gesellschaft und von allem. Das wird nicht immer verstanden. Alleinsein muss nicht Einsamkeit bedeuten. Wer keine Liebesbeziehung hat, kann entgegen der Vorurteile durchaus ein erfülltes und glückliches Leben und viele enge Kontakte haben.
Der Anteil Personen, die manchmal bis sehr häufig Einsamkeitsgefühle verspüren, lag 2022 bei 39 Prozent (https://www.lustat.ch/monitoring/sozialindikatoren/lebensformen-soziale-...). Betroffen sind vor allem sehr junge und sehr alte Menschen, die im ersten Fall noch kein stabiles Netz mit anderen Menschen aufbauen konnten oder dies im zweiten Fall verloren haben weil einfach fast alle Verwandten, Bekannten und sogar der geliebte Lebenspartner verstorben sind. Wie kann man immerhin mit sich selbst eine gute Beziehung führen und sich selbst mögen oder zumindest akzeptieren? Je mehr jemand mit sich selbst im Reinen ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, andere enge Beziehungen eingehen und vertiefen zu können, wenn dies ein Bedürfnis ist.
Aber auch Personen mit vielen Beziehungen: Auch sie können sich einsam fühlen und/oder können das "ich" vor lauter "du" oder "wir" vergessen. Je mehr Menschen eingebunden sind, desto schwieriger wird es, sich selbst zu spüren. Wie denkt man neben Partnerschaft, Kindern und allen sonstigen Beziehungen auch an sich selbst? Was sind die eigenen Bedürfnisse und Träume? Egal wie viele Beziehungen man hat, die Beziehung zu sich selbst ist die Grundbeziehung und darum von besonderer Wichtigkeit.